150 Jahre BBF – das bedeutet 150 Jahre Sammeln, Bewahren, Erschließen und Zugänglichmachen von Quellen zur Geschichte von Bildung und Erziehung. Für uns ist dieses Jubiläum vor allem Anlass, Danke zu sagen.
Über sieben Jahre haben wir im Verbundprojekt „Bildungs-Mythen – eine Diktatur und ihr Nachleben. Bilder(welten) über Praktiken und Wirkungen in Bildung, Erziehung und Schule der DDR“ gemeinsam mit der BBF gearbeitet. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Forschung lag dabei auf den Pädagogischen Lesungen der DDR – einer Quelle, die einen unmittelbaren Einblick in pädagogische Praxis, in das Selbstverständnis von Lehrerinnen und Lehrern und in die Vorstellungen von gutem Unterricht in der DDR ermöglicht. Im Rahmen von MythErz wurden sie unter anderem daraufhin untersucht, welche Bilder und Erzählungen über Bildung und Schule in ihnen sichtbar werden.
Viele Stunden unserer Arbeit haben wir deshalb mit diesen Quellen verbracht – beim Lesen, Vergleichen, Einordnen und Interpretieren. Und immer wieder haben wir dabei erfahren, was eine gute Forschungsinfrastruktur ausmacht: Menschen, die Forschung nicht nur ermöglichen, sondern sie mit ihrem Wissen und ihrer Bereitschaft zur Unterstützung begleiten.
Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BBF haben wir während der sieben Jahre des Projekts und auch darüber hinaus als ausgesprochen konstruktiv, unkompliziert und herzlich erlebt. Ob bei Fragen zu Beständen, bei der Recherche, bei der Erschließung von Quellen oder bei den Herausforderungen der Digitalisierung: Wir konnten uns auf die Unterstützung der BBF verlassen, ohne die unsere Forschung gar nicht möglich gewesen wäre. Damit wird deutlich, was die BBF seit 150 Jahren leistet: Sie bewahrt nicht einfach historische Dokumente auf, sondern sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass wir Vergangenheit befragen, untersuchen und neu verstehen können.
Und wir sind uns ganz sicher: Auch in zukünftigen Projekten werden wir wieder auf diese Zusammenarbeit und Unterstützung zählen dürfen. Darauf freuen wir uns. Doch zunächst: Wir gratulieren der BBF ganz herzlich zu 150 Jahren.
Katja Koch & Tilman von Brand, Universität Rostock


