Ergraut sind meine Erinnerungen an die erste Bekanntschaft mit der BBF. Aber diese war ganz offenkundig nachhaltig für die Lust an bildungshistorischen Exkursionen. 2001 erschien nach nicht eben hurtiger Produktionszeit bei Volk und Wissen mein Band zu Thomas Mann in der Reihe „Für die Schule …“ in der Redaktion von Hannelore Prosche. Stellte man ansonsten auch in der Literaturdidaktik auf das Allerneueste ab, um die Aktualität des didaktisch kommentierten Lektürestoffs für die Schüler:innen zu betonen, sollte hier auch die didaktische Vorgeschichte der Analysen zur Sprache kommen. Was mit Blick auf Thomas Mann als Schulautor vor 1933 geschrieben worden war, wusste ich Ende der 1990er Jahre schlichtweg nicht, nicht einmal so recht, wie dies in Erfahrung zu bringen war. Dann führten uns – ein studentischer Mitarbeiter war mit an Bord – die Literaturrecherchen in die Warschauer Straße. Was wir dort an Interessantem fanden, konnten wir aber weder ausleihen noch über einen Kopierer halten. Vielmehr galt es, Kopieranträge auszufüllen, um dann später höchst verlässlich das Gewünschte gegen einen Unkostenbeitrag in den Händen halten und in Aktenordnern sichern zu können.

Hier stießen wir dann auf Hinweise, die uns weiterführten. Etwa zur ambivalenten Rezeption Ewald Geisslers in der letzten Nummer der Zeitschrift für den deutschen Unterricht 1919:


Längst nicht alle Fundstücke ließen sich in dem kleinen rezeptionsgeschichtlichen Vorspann verwerten. Vieles blieb aber – schließlich waren die Kopien bezahlt – in meinem Büro gelagert und harrte weiterer Nutzung. Denn einmal auf die Spur gebracht, beschäftigte mich die Geschichte des Deutschunterrichts und der lehrkräftebildenden Disziplin weiter. Die Bibliothek blieb daher wichtige Besuchsadresse. In den Räumen an der Warschauer Straße und am heimischen Bildschirm. Mit unserer Kooperation im gemeinsamen Forschungsprojekt zu „Abiturprüfungspraxis und Abituraufsatz 1882 bis 1972“ bin ich dann schließlich selbst ein klitzekleines Stück BBF-Geschichte geworden. Merci.


