Ende des Jahres 2000 übernahm der neu gewählte Vorstand der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft von seinen Vorgängerinnen auch das Vorhaben, die Akten dieser Sektion in das im Aufbau befindliche Archiv der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) überzuführen.
Die Klärung der Aktenübergabe dauerte eine gewisse Zeit. Mit dem damaligen Leiter der BBF, Christian Ritzi, mussten noch einiges abgesprochen werden. Am 27.11.2002 wurden meine beiden Vorstandskolleginnen von der Absprache unterrichtet:
„… vergangene Woche war ich in der Bildungsgeschichtlichen Bibliothek und habe mit Herrn Ritzi wg. der Übernahme der Registratur der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in das dortige Archiv als Depositum gesprochen. Die Akten werden dort verwahrt, Benutzung ist nur mit Zustimmung des Vorstands möglich. Nach einer bestimmten Frist – die noch festzusetzen ist – kann das Depositum dann in das Eigentum der Bildungsgeschichtlichen Bibliothek übergehen. Dann werden die Akten archivarisch bearbeitet und ein Findbuch angelegt. Hinsichtlich der Frist sollten wir uns an der DGfE oder an der Historischen Sektion orientieren. […]
Herr Ritzi würde es begrüßen, wenn wir die nächste Jahrestagung 2003 in den Räumen der BBF veranstalten.“
(E. Glaser an A. Prengel und D. Klika, E-Mail vom 27.11.2002, Privatarchiv Glaser)
Die Sektion tagte schließlich in Potsdam. Das Tagungsthema lautete: „Weder Verklärung noch Missachtung. Wissenschaftsgeschichtlicher Rückblick – wissenschaftspolitischer Ausblick der Frauen- und Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft“. Für die Aktenübergabe war folgendes Programm vorgesehen:

(Auszug aus dem Tagungsprogramm der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung, 19. – 21. Juni 2003, Ostdt. Sparkassenakademie, 14471 Potsdam, Am Luftschiffhafen 1, Fassung vom 11.03.2003, Bestand DGfE F, 87)
Seit der ersten Übernahme von Unterlagen im Jahr 1997 ist der Aktenbestand der DGfE und ihrer Sektionen stark angewachsen. Auch Überlieferungen anderer pädagogischer Organisationen und erziehungswissenschaftlicher Institutionen finden sich im Archiv. Verbunden mit den über 150 Jahren angewachsenen Sammlungsbeständen der Spezialbibliothek (vgl. Ritzi & Geissler 2003) hat sich die BBF zu einem anerkannten Ort für die disziplin- und wissensgeschichtliche Forschungen entwickelt oder wie es die ehemalige Direktorin Sabine Reh vor einigen Jahren pointiert formulierte: Was das Literaturarchiv in Marbach für die Germanistik ist, das ist die BBF für die Historische Bildungsforschung. Nun muss es nur noch gelingen, auch das Archiv im Namen der Institution zu integrieren.
Für die nächsten Jahrzehnte wünsche ich der BBF strategische Weitsicht und zielgerichtete Innovationen und bedanke mich bei den Mitarbeiter:innen für die freundliche und kompetente Unterstützung in den letzten Jahren.
***
Edith Glaser war als Vertreterin der Sektion Historische Bildungsforschung von 2014 bis 2024 Mitglied im Beirat der BBF.

