150 Jahre BBF – fünf Gesellschaftssysteme, digitale Revolutionen, aber Bücher und Bildung immer präsent. BBF-Erinnerungen habe ich selbst nur an die letzten 35 Jahre, Assoziationen an 150. Der Bildungshistoriker denkt dann wehmütig an die Gründung, als es offenbar noch Lehrer und ihre Vereine gab, die nicht nur an ihre Statusverbesserung dachten, sondern selbst und engagiert für ihre Bildung sorgten, Bibliotheken gründeten, pflegten und förderten. Dann hat der Staat das übernommen, ein „Haus des Lehrers“ eingerichtet, aber Bücher und Archivalien bewahrt und ein Forum für Lesen und Reden geschaffen, auch wenn es nicht das autonome Haus der Profession war. Zu Glück wurde der Bestand trotz der Dummheit des Einigungsvertrages nicht zum Altpapier, sondern gerettet, dem DIPF, Wolfgang Mitter und vor allem Christoph Führ sei Dank. Das Schulmuseum ging verloren, aber Bücher und Archivalien blieben und die engagierten Bibliothekare und Archivare. Sie haben gezeigt, dass solche Bestände als Grundlagen für Forschung und Bildung unentbehrlich sind. Meine Erinnerungen bestätigen das, an inspirierende Kontakte mit Ursula Basikow oder Christian Ritzi, an die Forschungsabteilung unter den strengen Blicken von Gert Geißler und Ulrich Wiegmann – um nur einige zu nennen – , und an die so innovativ virtuell erweiterte Infrastruktur, dank kluger Nutzung von Drittmitteln. Scripta und PicturaPaedagogica zeigen jetzt, dass Bibliotheken zwar immer noch greifbare Orte sind, dass sie aber Bildung und Forschung auch jenseits lokaler Bindung ermöglichen – wenn nicht gerade die Hacker gewütet haben. Ohne zeitlich-soziale Grenzen profitieren jetzt auch ältere Gelehrte von der modernen Bibliothek – deshalb zuerst: Großen Dank!
Heinz-Elmar Tenorth, HU-Berlin


