BBF – das bedeutet für mich: Bücher – Begegnungen – Forschung.
Bücher: Ohne die Buchbestände der BBF könnte ich meine bildungshistorische Forschung und Lehre nur ungleich mühsamer realisieren. Das wurde mir schnell klar, als ich 1993 an die Universität Potsdam wechselte. Zu dieser Zeit wurden die Bestände der ehemaligen Deutschen Lehrerbücherei bzw. der Pädagogischen Zentralbibliothek der DDR und das Archiv der APW als BBF unter dem Dach des DIPF zusammengeführt, als bildungshistorische Forschungsbibliothek neugegründet sowie in das neue Gebäude an der Warschauer Straße überführt. Selbst meine eigene Arbeitsbibliothek sähe ohne die Dublettensammlung der BFF anders aus. Bis heute kenne ich kaum eine Bibliothek mit einem so ausgezeichneten und stets freundlichen Service wie er in der BBF professioneller Alltag ist. Selbst Bücher aus dem geschlossenen Magazin hat man in nicht einmal 20 Minuten auf dem Tisch liegen. Ein Service, über den sich auch Potsdamer Studierende immer wieder wundern und freuen. Und die Sammlung bildungshistorischer Buch- und Zeitschriftenbestände ist einzigartig – auch online unter Scripta Paedagogica).
Begegnungen: Neben den Begegnungen im Umfeld der zahlreichen Ausstellungen und Tagungen in der BBF erinnere ich viele Begegnungen im Rahmen der Nachwuchstagung der Sektion Historische Bildungsforschung in der DGfE, die ich von 1997 bis 2007 mit meinem Dresdner Kollegen Uwe Sandfuchs und von 2008 bis 2016 mit meiner Augsburger Kollegin Petra Götte in einem Turnus vom 2 Jahren jeweils in der BBF durchführte – auch mit dem Ziel, über die BBF Vernetzungsmöglichkeiten zu schaffen. Ich glaube, das ist nicht ganz schief gegangen. Die Nachwuchstagung übergaben wir schließlich an eine jüngere Generation. Das 16. Forum junger Bildungshistoriker*innen (nunmehr: Emerging Researchers’ Conference for the History of Education) fand 2025 statt.
Forschung: Das Archiv der BBF wuchs im Laufe der Jahre zu einem unverzichtbaren Fundus bildungshistorischer Quellen und Sammlungen, in dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Die Unterstützung, die ich bei meinen letzten Archiv-Recherchen zur transatlantischen Gründungsgeschichte der HIPF und zur Frühgeschichte des Verbandes der Deutschen Schullandheime erhielt, war ebenso freundlich wie außergewöhnlich. Für Studierende der Universität Potsdam war das Archiv (mitsamt der BBF) wiederholt Praktikumsort und Quelle für Abschlussarbeiten zugleich. Recherchen in den umfangreichen Fotobeständen des Archivs erinnere ich als ebenso aufschlussreich wie unterhaltsam. Nicht selten gibt es da (anekdotische und nicht ganz ernst zu nehmende) Perlen wie das angefügte Foto zu entdecken. Es stammt aus der Gründungsphase der BBF und zeigt (wohl am Beispiel einer Strategiesitzung in den neu bezogenen Räumen in der Warschauer Straße), dass die Aufgaben des Leitungsteams damals offenbar auch sehr ganzheitlich ausgerichtet waren und gute Laune einschlossen.


