Meine Begegnungen mit der BBF

Die BBF ist mir seit meiner Hinwendung zur historischen Bildungsforschung eine treue Begleiterin. Dabei hatte ich das Glück, die BBF in verschiedenen Rollen kennenzulernen und so auch Einblicke zu gewinnen, die regulären Nutzer*innen eher verborgen bleiben.

Meine erste Begegnung mit der BBF fand in Potsdam, genauer am Campus der Uni Potsdam in Golm, statt. Dort hatte ich – obwohl noch studierend – 2009 meinen ersten Lehrauftrag im Bereich Historische Pädagogik und Historische Sozialisationsforschung, den Juliane Jacobi leitete. (Heutzutage staune ich, dass es so etwas vor so wenigen Jahren noch gab…) Bettina Reimers, die Leiterin des Archivs der BBF, und eine Mitarbeiterin aus der Bibliothek stellten damals Studierenden von Juliane Jacobi die BBF vor. Meine eigene Forschung dräute bestenfalls als nebulöses Etwas in mir, aber ich merkte mir die BBF als potenziellen Anlaufpunkt vor.

Das Potenzial blieb nicht lange ungenutzt. Mit Beginn meiner Promotion an der Universität Hildesheim bei Meike Baader im Jahr 2011 war ich regelmäßig Gast in der BBF. Am liebsten hielt ich mich im Lesesaal mit den historischen Zeitschriftenbeständen auf. Dort standen damals noch Arbeitsplätze – allerdings war das zu Zeiten, als absolut keine Getränke in den öffentlich zugänglichen Räumen der BBF erlaubt waren. Es war eine Zeit, in der ich öfter großen Durst hatte.

Zu meinem Glück erhielt ich von der Hans-Böckler-Stiftung ein Promotionsstipendium. Als Stipendiat gewährte mir die Stiftung eine finanzielle Unterstützung bei Praktika. Dieses Angebot nutzte ich für ein Archivpraktikum in der BBF, bei dem mir Bettina Reimers großzügig Kaffee spendierte und ich nicht mehr Durst leiden musste. Außerdem lernte ich die labyrinthischen Magazine von Bibliothek und Archiv kennen und verlief mich gelegentlich darin. Es war wunderbar!

Ich war nun öfter in der BBF, floh vor den Schrecken der Warschauer Brücke in die friedlichen Bibliotheksräume, studierte im Rhythmus des Baulärms (die Eastside-Mall wurde gebaut) die historischen Zeitschriften und atmete über Archivbestände gebeugt den Staub von (heute) 150 Jahren Bildungsgeschichte. Meine häufige wie regelmäßige Anwesenheit in der BBF gab 2014 vermutlich den Ausschlag, dass Sabine Reh mich fragte, ob ich nicht als Vertretung für die Nutzer*innen im neu zu gründenden Beirat der BBF mitarbeiten möchte. Ich sagte zu und wurde ein wiederkehrender Besucher in den Räumen der Forschungsabteilung der Bibliothek. Die Zusammenarbeit intensivierte sich, als ich 2016-2020 die Tätigkeit eines Redakteurs für Rezensionen im Bereich Bildungsgeschichte bei H-Soz-Kult innehatte. Aus dem Beirat schied ich 2021 auf eigenen Wunsch aus, da ich in jenen Jahren zwischen Berlin (meinem Wohnort) und Braunschweig (meinem damaligen Arbeitsort) pendelte und die Zeit für Bibliotheksaufenthalte immer knapper wurde.

Seither bin ich nur noch selten in der BBF – leider! Jetzt, wo ich endlich in den Lesesälen Wasser trinken könnte, mich die Abwesenheit von Baulärm erquicken würde und die Räumlichkeiten – nach dem verheerenden Wasserschaden – teils freundlich farbenfroh renoviert sind. Aber manchmal schaffe ich es noch in die BBF: ich bereite hier Lehrveranstaltungen vor, recherchiere für Publikationen, treffe Studierende – und dann ist es wunderbar!

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