150 Jahre Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung – zu diesem besonderen Jubiläum gratuliere ich der BBF im Namen des Montanhistorischen Dokumentationszentrums (montan.dok) und des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen, ganz herzlich!
150 Jahre sind weit mehr als eine beeindruckende Zahl. Sie stehen für eine lange Geschichte des Sammelns, Bewahrens, Erschließens und Vermittelns von Wissen und zugleich für die Fähigkeit, sich immer wieder auf neue Anforderungen der Forschung einzustellen. Die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung hat diese Entwicklung in herausragender Weise gestaltet und ist heute eine zentrale Forschungsinfrastruktur für die Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte. Ihre historisch gewachsenen und inzwischen konsequent digital ausgerichteten Überlieferungen eröffnen Forschenden vielfältige Zugänge zu Quellen, die für das Verständnis von Bildung, Wissenschaft und Gesellschaft von großer Bedeutung sind.
Meine persönliche Verbindung zur BBF ist zunächst eng mit Dr. Bettina Irina Reimers verbunden. Kennengelernt haben wir uns im Arbeitskreis Archive der Leibniz-Gemeinschaft, dem wir beide über mehrere Jahre als Sprecher:innen vorstehen durften. Sehr schnell zeigte sich, dass wir uns nicht nur menschlich auf Augenhöhe begegneten, sondern auch eine gemeinsame strategische Perspektive auf die besonderen Belange großer Institutsarchive innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft teilten. Die Frage, wie Archive als unverzichtbare Gedächtnisinstitutionen dauerhaft gesichert, professionell weiterentwickelt und zugleich für die Forschung sichtbar und nutzbar gemacht werden können, hat uns dabei immer wieder miteinander verbunden.

Ein sichtbares Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit war die Publikation „Kultur bewahren. Die Archive der Leibniz-Gemeinschaft“, die wir gemeinsam mit Dr. Wilhelm Füßl, dem ehemaligen Leiter des Archivs des Deutschen Museums in München, federführend erarbeiten konnten. Sie steht beispielhaft für den fachlichen Austausch, aber auch für den gemeinsamen Anspruch, die Bedeutung von Archiven als Forschungsinfrastrukturen innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Aus dieser langjährigen Zusammenarbeit ergaben sich für mich weitere, sehr bereichernde Verbindungen zur BBF und zum DIPF. Im Jahr 2022 wurde ich in den Beirat der BBF berufen, kurz darauf auch in den Wissenschaftlichen Beirat des DIPF. Heute darf ich dort als stellvertretender Vorsitzender mitwirken. Beide Aufgaben empfinde ich als große fachliche Bereicherung und zugleich als schöne Möglichkeit, die Entwicklung dieser bedeutenden Einrichtungen aktiv zu begleiten.
Besonders freue ich mich dabei über die jährlichen Sitzungen des BBF-Beirats. Der Austausch mit engagierten und fachlich beeindruckenden Kolleginnen und Kollegen sowie die Einblicke in die Arbeit der hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BBF machen diese Treffen immer wieder zu besonderen und inspirierenden Veranstaltungen. Sie zeigen eindrucksvoll, mit welcher Kompetenz, Leidenschaft und Innovationskraft die BBF ihre traditionsreiche Aufgabe in die Zukunft führt.
Zum 150-jährigen Bestehen wünsche ich der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung deshalb weiterhin viel Erfolg, wissenschaftliche Neugier und Gestaltungsfreude. Möge es ihr auch in den kommenden Jahrzehnten gelingen, ihre einzigartige Überlieferung zu bewahren, neue digitale Wege zu beschreiten und damit Forschenden immer wieder neue Perspektiven auf die Bildungsgeschichte zu eröffnen.
Herzlichen Glückwunsch zu 150 Jahren BBF – und auf viele weitere Jahre einer lebendigen, forschungsnahen und zukunftsorientierten Zusammenarbeit!


