Bibliothek und Archiv an der Warschauer Straße sind nicht nur seit Langem fest in die bildungshistorische Forschung an der Humboldt-Universität eingebunden, sondern als angenehmer Arbeitsort auch längst kein Geheimtipp mehr bei der Berliner Studierendenschaft. Wer also im Rahmen der universitären Lehre mit der Aufgabe konfrontiert ist, abstraktes „bildungshistorisches Arbeiten“ zu vermitteln, für den ist die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung ein naheliegendes und lohnendes Exkursionsziel, zumal sich die BBF ohnehin mit eigenen Workshops an Studierende richtet.
Die gemeinsamen Besuche mit Studierenden sind mir in guter Erinnerung geblieben. Die Mitarbeitenden lieferten dabei Einblicke in Auftrag und Funktion von Bibliothek und Archiv, aber auch in die Sammlungen selbst. Vor Ort kamen die Studierenden nicht nur in direkten Kontakt mit bildungshistorischen Quellen, sondern erhielten auch eine beeindruckende Tour durch Bestände in den Tiefen des Gebäudes, die den meisten Nutzer:innen verborgen bleiben. Dabei wurden die vielen laufenden Meter historischer Quellen über Auf-, Ab- und Durchgänge erlaufen. Mir als Dozent bietet sich dabei die Möglichkeit, selbst immer wieder neugierige Blicke hinter sonst verschlossene Türen zu werfen und diejenigen Bestände und Projekte kennenzulernen, die außerhalb des Fokus der eigenen Forschung liegen.
Zurück im öffentlich zugänglichen Bereich wurde der Gruppe das „Buffet“ für die eigenen Forschungsprojekte präsentiert: Verteilt auf den Tischen des Lesesaals erwartete uns eine speziell für unser Seminar angerichtete Zusammenstellung thematisch passenden Materials. Schriftstücke, Akten, Fotos und sogar Objekte konnten betrachtet, entschlüsselt oder befragt werden. Ausgehend von diesem Material haben sich bereits vielversprechende Seminararbeiten und vor allem anschließende eigenständige Bibliotheksbesuche der Studierenden ergeben. Als Ort der Vermittlung von Begeisterung für bildungshistorisches Forschen und Arbeiten in direktem Kontakt mit entsprechenden Quellen und kundigen Mitarbeitenden bleibt die BBF weiter ein wichtiger Bestandteil der Lehre.


