Gedanken zum 150. Jubiläum der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung zu Berlin

Über die Bedeutung der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) für Bildung und Wissenschaft ist eigentlich schon (fast) alles gesagt bzw. aufgeschrieben. Ihre wechselvolle, oft auch dramatische Geschichte von der Gründung einer Lehrerbücherei bis hin zur Etablierung als Forschungsbibliothek mit beachtlichem bildungshistorischem Bestand ist hinreichend aufgearbeitet, ihr Platz in der Bibliothekslandschaft auch über Deutschland hinaus unbestritten.

Für die Wertschätzung des gegenwärtig Erreichten scheint jedoch keineswegs überflüssig, den Weg und die Erfahrungen dieser Entwicklung immer aufs Neue zu reflektieren, sich der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Bedeutung der Bibliothek zu vergewissern und mitzutun, ihren Fortbestand zu sichern.

In ihrer 150jährigen Geschichte geriet die einstige, vom Berliner Lehrerverein als Institution zur selbstbestimmten wissenschaftlichen und pädagogischen Fortbildung in Berlins Mitte eingerichtete Bücherei nicht selten in den Focus gesellschaftspolitischer Kontroversen.  Interessenkonflikte über Funktion und Gestaltung, über Buchbestände und Sammlungen, über Ziele und Wege zwischen Erziehung und Aufklärung, zwischen Regulierung und demokratischer Instanz stellten die Bibliothek immer wieder vor Herausforderungen. Und nicht zuletzt bedrohten finanzielle Einschränkungen und gesellschaftliche Geringschätzung ihre Existenz.

Es war und ist vor allem dem Engagement, der Kreativität und nicht zuletzt der Widerständigkeit der Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zu danken, dass die für Berlin so wichtige Einrichtung erhalten blieb, ihr Profil schärfen konnte, ihren Bestand kontinuierlich erweiterte und sich nunmehr als Bildungs-, Lehr- und Wissenschaftsstandort zu behaupten weiß.

Umso so mehr scheint gegenwärtig und zukünftig geboten, den Blick zu weiten für neue Bedrohungen und Gefahren, denen die Orte der Bewahrung und Pflege des Wissens und der Erkenntnis ausgesetzt sind.

Möge die BBF ein sicherer Zugangsort zu den Quellen der Bildung bleiben – ein guter Ort zum Arbeiten, Lesen und Lernen, zum Forschen, Entdecken und Diskutieren und nicht zuletzt auch ein stiller Zufluchtsort für Muse und Erholung und für all jene, die noch immer einfach gern vor Bücheregalen verweilen und in Büchern blättern.

Christa Uhlig / September 2026

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