BBF – 150 Jahre

BBF bleibt mir in mehrfacher Hinsicht in sehr positiven und zugleich äußerst interessanten Konturen in Erinnerung. Diese Erinnerungen haben sowohl einen beruflichen als auch einen persönlichen Charakter.

Für mich verkörpert die BBF die lange Kontinuität der Bedeutung schulischer und institutioneller Bildung – eine Geschichte, die in nicht unerheblichem Maße in Mitteleuropa geschrieben wurde. Die BBF steht für mich für eine Institution, die der Lehrerschaft diente und zugleich von ihr mitgestaltet wurde. Sie bewahrt ein „Erbe“ von Lehrerinnen und Lehrern, die auf sehr unterschiedliche Weise die aufklärerische Geschichte von der Rolle und der Bedeutung von Bildung weiterentwickelt haben.

Für mich ist die BBF eine Institution, die ein pädagogisches Erbe bewahrt, das – auch wenn es in Zeiten nationaler Aufbrüche oder nationalistischer Euphorien entstanden ist – auf eine grundlegende Tatsache verweist: Nur die modernen Werte von Toleranz, Freiheit und Demokratie überdauern Totalitarismen, Revolutionen und kulturelle Niedergänge, deren Zeugen wir im 20. Jahrhundert leider waren.

Allein die Tatsache, dass ich am Ostbahnhof aussteige, wenn ich zur BBF gehe, zeigt für mich, dass sich hier in der Warschauer Straße eine besondere „kulturelle Energie“ befindet. Sie verweist darauf, dass es in Mitteleuropa notwendig ist, Brücken zwischen unterschiedlichen geografisch-politischen, kulturellen, sozialen und weltanschaulichen Vielfalt zu bauen.

Die BBF ist für mich ein Ort, an dem es notwendig ist und Sinn macht, die Werte des modernen Europa immer wieder zu diskutieren – damit Schule, Bildung, Erziehung, alltägliche Sozialisation und die Herausbildung unserer kollektiven wie individuellen Identität vielfältig und pluralistisch bleiben und dazu beitragen, persönlichen Mut und Selbstbewusstsein ebenso zu stärken wie Aufrichtigkeit, Geduld und die Fähigkeit, einander zuzuhören.

Die BBF verfügt über vielfältige Möglichkeiten, eine reiche Geschichte und – gerade heute – über eine außerordentliche Fülle an Erfahrungen und guten Beispielen dafür, wie sich diese Ziele im gemeinsamen Dialog und in gemeinsamen Arbeitsaktivitäten über Themen-, Kultur- und Nationalitätsgrenzen hinweg verwirklichen lassen und wie sie uns Pädagoginnen und Pädagogen auf kreative Weise miteinander verbinden können.

Dafür gebührt der BBF mein großer Dank. Ich wünsche ihr für ihren weiteren Weg viel Kraft, ein starkes und verlässliches Umfeld, gute Entscheidungen und alles Gute für die Zukunft.

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