150 Jahre Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

150 Jahre Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung – mehr als 40 Jahre davon hat sie meinen Weg als Erziehungswissenschaftlerin begleitet. Denn schon Anfang der 1980er Jahre recherchierte ich für die Dissertation in den historischen Beständen der Staatsbibliothek und der Deutschen Lehrerbücherei, die die Pädagogische Zentralbibliothek (PZB) teils in Außenmagazinen verwaltete. In meiner Erinnerung saß ich monatelang Tag um Tag in den Lesesälen, eingesponnen in die eigentümliche Sprachlichkeit pädagogischer Texte, die ich (handschriftlich!) exzerpierte und benommen vom Geruch alter Bücher. Manche schienen nicht nur ganz unberührt, sondern waren es offenkundig auch. So erinnere ich noch gut die heitere Verwunderung der Mitarbeiterin, als sie die Seiten der ersten Auflage von Karl von Raumers „Geschichte der Pädagogik“ (1843) für mich aufschneiden musste. Ich war die erste Leserin. 

Vom Lesesaal der Zentralbibliothek im fünften Stock des „Haus des Lehrers“ konnte ich auf einen immer belebten Alexanderplatz mit Springbrunnen blicken, um die Mittagszeit in freudiger Erwartung einer „Grilletta“, die gegenüber dem S-Bahn Eingang verkauft wurde.

Nach der Wende wurde die BBF in der Warschauer Straße für mich ein wichtiger Anlaufpunkt für Recherchen, Tagungen und Workshops. Mit dem Start des DFG-Projekts zur jüdischen Jugendbewegung (2019, juedischejugendkultur.de) bekam diese Verbindung eine weitere Facette. Denn das Archiv der BBF entwickelte in Kooperation ein professionelles Datenmanagement für den umfangreichen, im Projekt erhobenen historischen Dokumentenbestand. Das Ziel ist, einen großen Teil davon für künftige Forschung über Skripta zugänglich zu machen. Dafür sei dem Archiv an dieser Stelle gedankt und für die ganze BBF – herzliche Glückwünsche zum Jubiläum.  

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